Requirements Engineering

Ein Überblick

(Auszug aus unserem aktuellen Vortrag Requirements-Engineering - der gesamte Artikel ist bei der WIB Solutions AG für interessierte Kunden erhältlich)

In den letzten Jahren ist die Anforderungsanalyse und –dokumentation und demzufolge das sogenannte Requirement Engineering (RE) und Management (RM) immer mehr in den Mittelpunkt der Diskussion gerückt. Dies hat seine berechtigte Ursache nicht nur darin, dass durch nicht wenige Untersuchungen belegt ist, dass der Anteil am Scheitern von SW-Projekten durch fehlerhafte oder unvollständige Requirements 12-15% beträgt, sondern darüber hinaus in der Tatsache, dass ein professionelles (z. T. automatisiertes) Testing mittlerweile zur Regel wird. Heutzutage gibt es mehr als ein Dutzend Hersteller, die spezielle RM-Tools zur Erfassung, Strukturierung und Verlinkung anbieten. Deren wohldefinierte, vollständig erfasste, klassifizierte und hierarchisierte (gruppierte) Daten dienen als Grundlage zur Erstellung von Testfällen und Testabläufen mittels diverser Testingtools.

Requirements Engineering WIB Solutions AG, Gunzgen 1

Grafik 1



Das methodische und konzeptionelle Vorgehen der WIB Solutions in diesem Kompetenzbereich trägt diesen Gegebenheiten Rechnung. Im ersten Schritt ist durch den Consultant oder Business Analyst in Workshops und Interviews mit dem Kunden ein Einblick in die betreffende Geschäftstätigkeit zu gewinnen, Branchenkenntnisse aber auch ein „Sichselberhineinversetzen“ und gedanklicher Durchlauf des Prozesses, z. B. in der Rolle der Wünsche eines „Kunde“ ist ein probates Mittel sich Geschäftsprozesse zu vergegenwärtigen. Auf die Identifizierung und Erfassung folgt die Systematisierung und Klassifizierung. Projektanforderungen werden von Software/System-Anforderungen geschieden, letztere in funktionale und nicht-funktionale geteilt. Weitere Kriterien sind Abhängigkeit, Zusammengehörigkeit, Rollenbezug. Je nach Wunsch oder Vorliebe erfolgt die Dokumentation über formalisierte Beschreibungsvorlagen oder in der Form einer graphisch-basierten Modellierungssprache (z. B. UML). Die „use case“ Modellierung hat sich als die erfolgreichste Methode etabliert. Im Hinblick auf das Testing, insbesondere den Abnahmetest, ist das Benennen von quantitativen Grössen, nicht nur wünschenswert, sondern unumgänglich. Nach einem grundlegenden Review hinsichtlich Vollständigkeit, Korrektheit (insbesondere Widerspruchsfreiheit), Machbarkeit, Priorität und Benutzerfreundlichkeit erfolgt eine konsens-basierte verbindliche Dokumentation. Ein (protokolliertes) Änderungsmanagement trägt dem iterativen Prozess Rechnung. Kurzum die Qualität der Anforderungsdokumentation hat entscheidenden Einfluss auf die weiteren Phasen des Entwicklungsprozesses (siehe Grafik 2).

Requirements Engineering WIB Solutions AG, Gunzgen 2

Grafik 2



Die Erfahrungen der WIB Solutions aus diversen Projekten belegt deutlich, dass es sich lohnt in den frühen Phasen des Projektes einer methodischen, analytischen und systematischen Strenge zu folgen und diese in der Spezifizierung der Requirements und der Rahmenbedingungen umzusetzen.